Häusliche Gewalt und Trennungskriminalität

 

Jede 4. Frau ist Opfer von häuslicher Gewalt. 2/3tel dieser Übergriffe sind schwer bis sehr schwer. Fast täglich wird in Deutschland eine Frau im Rahmen einer sog. Beziehungstag getötet. 

 

Die eigene Wohnung wird damit statistisch zum gefährlichsten Ort für jede Frau. 

 

In 57 % der Fälle sind minderjährige Kinder involviert. 

 

Seit 2001 gibt es das Gewaltschutzgesetz. Betroffene Mütter und Familienangehörige können die nur vier Paragraphen selbst nachlesen:

 

Mütter - und unweigerlich auch die Kinder - sind aber auch anderen Formen von Gewalt ausgesetzt, mit nicht minderschweren Folgen:

  • psychische Gewalt, Stalking
  • sexuelle Gewalt
  • finanzielle Gewalt
  • und zunehmend Kindesentzug

 

Hierbei ist nicht der notwendige Kindesentzug aufgrund von Misshandlungen, Verwahrlosung oder ähnlich schwerem elterlichen Versagens gemeint, sondern Kindesentzug aufgrund von Manipulationen und Verleumdungen in familienrechtlichen Verfahren. 

 

Um zu verstehen, dass in Deutschland einer Mutter die Kinder entzogen werden können, ohne dass sie, wie oben beschrieben, 'versagt' hat, muss man sich das Gesetz ansehen: 

 

§ 1671 BGB sieht vor, die elterliche Sorge dem Antragsteller (also hier dem Vater) allein zu übertragen, wenn dies "dem Wohl des Kindes am besten entspricht"

 

Diese niedrige Hürde lädt streitbereite Väter geradezu ein, einen unsäglichen Kampf gegen Mutter um das Kind zu führen. Immer häufiger berichten diese Mütter von Trennungskriminalität. 

 

 

Trennungskriminalität 

 

Unter Trennungskriminalität verstehen wir - teilweise strafrechtlich relevante - Handlungen, mit dem Ziel, den Ausgang eines familiengerichtlichen Verfahrens direkt und indirekt zu manipulieren. 

 

Gemeint ist hiermit im wesentlichen

  • jede Form von physischer, psychischer und finanzieller Gewalt, um die Mutter zu destabilisieren
  • Manipulation des Gerichts und der Verfahrensbeteiligten durch - teils schwere - Verleumdung und  Falschaussagen, bis hin zu falschen Eidesstattlichen Versicherungen

 

Nach den uns vorliegenden Berichten betroffener Mütter werden Strafanzeigen i.d.R. nicht verfolgt. Das Gegenteil tritt ein: Der Mutter werden ihre Versuche, sich und die Kinder vor Gewalt und Tennungskriminalität zu schützen, im familiengerichtlichen Verfahren negativ als Zeichen von Bindungsintoleranz ausgelegt - nicht selten mit der Folge des Kindesentzugs.   

 

 

Sekundäre Viktimisierung von Opfern 

 

Mütter, die Opfer von Gewalt wurden, sehen sich nach der Trennung dem § 155 FamFG ausgeliefert. Dieser sieht vor, dass der Kindesvater im Eilverfahren binnen eines Monats einen Gerichtstermin erwirken kann, um den Umgang zwischen ihm und den Kindern zu regeln. 

 

Uns liegen viele Berichte betroffener Mütter vor. In den meisten Fällen erhält der gewalttätige Kindesvater begleiteten Umgang zugesprochen oder die traumatisierte Mutter wird unter Druck zu einem Vergleich gedrängt. Viele Mütter berichten, dass sie im Gerichtssaal Sätze wie diesen hören mussten "Ein gewalttätiger Mann muss ja noch kein schlechter Vater sein"

 

Hierzu verweisen wir auf die Mitteilung des Bundesministerium Famlie, Senioren, Frauen und Jugend BFSFJ vom 20.01.2014: Kinder und Jugendliche sind mit betroffen, wenn ihre Mutter Gewalt durch ihren Partner erleidet.  Weiter... 

 

Wenn sich eine von Gewalt betroffene Mutter schützend vor ihre traumatiiserten Kinder stellt und den Umgang verweigert, können ihr das Sorgerecht und die Kinder entzogen werden. Uns liegen solche Fälle vor, in denen diese Maßnahme damit begründet wird, dass die Mutter aufgrund ihrer eigenen Traumatisierung nicht in der Lage ist, sich um die Bedürfnisse ihrer Kinder adäquat zu kümmern.

 

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(c) Mütterlobby, vertr. d.Barbara Thieme